Piwik Analytics

Piwik Analytics

Umstellung auf Piwik

Ich habe lange gezögert, auch wegen des vermeintlichen Aufwands. Eigentlich wollte ich es schon ganz, ganz lange – heißt mindestens seit 6 Monaten: Installation und Einsatz von PIWIK als Tracking und Analysetool für meine Websites aufzusetzen. Klar, Google-Analytics ist einfach einzurichten und bei WordPress auch ganz easy via PlugIn ans Laufen zu bringen. Aber. Jaaaaa, aber! Google Analytics finden viele (um nicht sogar zu behaupten „die meisten…“) Besucher nicht sooooo toll – zumindest die, die sich darüber Gedanken machen, dass Google schon so vieles kontrolliert: Das Suchverhalten der meisten, die Abrufe vieler Fonts auf den Webseiten da draußen, die Zugriffe auf Youtube, die Zugriffe auf Seiten mit eingebundenen Google+ Widgets – falls man parallel bei Google eingeloggt ist (wenn nicht, weiß Google es auch, dass der benutzte Browser gerade dieses oder jenes gemacht hat – Google ist halt überall)… Dass Google die Daten dabei nicht zusammenführt, kann man jetzt glauben oder nicht. Ein flaues Gefühl bleibt – zumindest bei denen, die sich Gedanken darüber machen. Ich denke, hier wiederhole ich mich bereits.

Ich mag Google nicht verdammen, aber als Nutzer von Google Analytics habe ich quasi ein Vertragsverhältnis mit Google, indem ich Google im Sinne des BDSG (= Bundesdatenschutzgesetz) zur Auftragsverarbeitung nutz. Deshalb braucht es auch einen Vertrag darüber, der von Google auch per Download zur Verfügung gestellt wird. Einer meiner  Nachbarn meinte dazu: „Wer macht mit den Amerikanern denn schon Verträge?“ Klar, die 16-17 Seiten liest sich eh keiner wirklich durch, der den unterschriebenen Vertrag in zweifacher Ausfertigung an Google in Irland schickt, um schließlich sein von Google gegen gezeichnetes Exemplar wieder in den Händen zu halten…

Wie man es auch sieht oder dreht, Google Analytics auf den eigenen Webseiten einzusetzen, ist mehr als problematisch. Aber da gibt es ja noch PIWIK – eine Opensource-Variante einer serverbasierten Analysesoftware, die man auf dem eigenen Webserver installieren kann. Je nachdem, wo der Serverstandort ist, gehen die besuchergenerierten, personenbezogenen Daten (im Sinne des BDSG) dann auch gar nicht ins Ausland, sondern liegen (natürlich letztlich sogar noch anonymisiert) auf einem deutschen Server.

Klingt gut? Nein, das klingt deutlich besser! Und so habe ich mich vor etwa einer Woche dran gesetzt, PIWIK auf einem meiner (in Deutschland betriebenen) Webserver zu installieren. Und: Es war ganz einfach!

Das Softwarearchiv (.zip, war noch Version 2.17.1) von PIWIK heruntergeladen. Auf dem Webserver ein Unterverzeichnis angelegt, alle Dateien ausgepackt und via FTP mit FileZilla in dieses Verzeichnis übertragen (ich weiß, per SSH ginge es schneller) und eine Subdomain zu MediaCream.de angelegt und diese dann im Backend meines Hosters auf das neue PIWIK-Verzeichnis umgelenkt. Rufst du dieses Verzeichnis dann per Browser das erste Mal auf, wird automatisch der SetUp-Prozess gestartet – und genauso war’s auch… 🙂

Ach ja, man braucht noch eine (MySQL) Datenbank – falls du in deinem Hostingpaket nur eine hast bzw. anlegen kannst, reicht die. Falls du bei deinem Hoster mehrere Datenbanken anlegen kannst, mach für PIWIK lieber eine eigene und merke dir das Zugriffspasswort. Das brauchst du im Laufe des PIWIK-SetUp-Prozesses. Und falls du gar keine Datenbanken anlegen kannst, müsstest du das Hostingpaket oder deinen Hoster wechseln. 😉
Wenn Fehler passieren oder irgendwas noch nicht ganz stimmt, sagt PIWIK dir das während der Installation und du kannst die fehlenden Einstellungen ggf. im Backend deines Hosters vornehmen. Bei mir war noch ein php-Parameter zu setzen – dann war alles schick.

Und wenn PIWIK dann läuft, kannst du die Websites, die du tracken/analysieren willst, unter Administration hinzufügen. Danach kannst du dir den Trackingcode anzeigen lassen und kopieren, um ihn auf der zu trackenden Website in den „HTML-Code“ einzufügen. Am einfachsten geht das mit dem PIWIK-PlugIn, das du aber auch einrichten musst. Dazu weiter unten noch etwas mehr…

Ich habe in jeder meiner Seiten dazu das PlugIn WP SEO* genutzt, mit dem ich beliebige Codeschnipsel direkt in den Header (d.h. zwischen <head> und </head> ;-)) jeder Seite automatisch einfügen kann. Dafür gibt es aber auch noch andere PlugIns, wenn du es nicht im Code deines Themes (ich gehe davon aus, dass du WordPress benutzt – aber sicher bieten auch andere CMS die Möglichkeit, das Snippet einzufügen) selbst reinkopieren möchtest, weil du gar nicht weißt, wo genau das bei dir geht…
Sobald der Trackingcode in den ausgelieferten Webseiten dabei ist (analog zum Google Analytics-Code, den du sehr oft sehen kannst, wenn du bei verschiedenen von dir besuchten Webseiten einfach mal im Browser den Quelltext anschaust), zählt der PIWIK-Server die Zugriffe und baut dir jede Menge an Statistiken zusammen. Diese siehst du dann im Dashboard deines PIWIK-Servers (und kannst bei mehreren getrackten Websites zwischen den Daten dieser Websites hin und her schalten). Willst du die Statistiken auch im Backend deines WordPress sehen (sowie als Überblick im Dashboard, wie es auch z.B. das Google Analytics Dashboard für WP / GADWP PlugIn macht), so musst du dir noch das oben schon erwähnte WP-Piwik PlugIn installieren und konfigurieren. Damit das PlugIn sich Daten von deinem Piwik-Server holen kann, brauchst du entweder einen Auth-Code, den du dir für jeden User vom Server kopieren kannst oder – wenn der Piwik-Server aus einem Verzeichnis auf demselben Server wie deine zu trackende Website läuft, reicht der Zugriff via php…
Falls du mit einem Authcode zugreifst, empfehle ich dir, auf dem Piwik-Server einen weiteren Nutzer anzulegen, der für die zu trackenden Websites „nur“ Leserechte bekommt. Von diesem nimmst du den Auth-Code und kopierst ihn ins die Konfiguration des WP-Piwik-PlugIns – um dann eben via http/https vom WordPress-Backend die Analyse-Daten des Piwik-Servers abzuholen und im Backend deiner WordPress-Seite die Statistiken zu sehen.
Du kannst dir einige Daten im WordPress-Dashboard anzeigen lassen oder auf die PlugIn-eigene Analyse-Seite wechseln und dir dort analog zum allgemeinen WP-Dashboard die bevorzugte Ansicht einstellen. Schieb die Ausgabewidgets einfach hin und her oder schalte die nicht benötigten via „Ansicht anpassen“ einfach ab, bis es dir vom Überblick her passt…

Custom Opt-out

Um deinen Besuchern die Möglichkeit zu geben, dem Piwik-Tracking auf deiner Website zu widersprechen, musst du zusätzlich unter Adminstration>PlugIns – also in der „PlugIn-Verwaltung“ das PlugIn „CustomOptOut“ suchen und installieren. Das PlugIn stellt dir dann einen Code-Schnipsel bereit, den du an geeigneter Stelle (hier bieten sich deine Datenschutzhinweise oder dein Impressum an) auf deine Website kopierst, so dass deine Besucher das Tracking dort einfach per Click abschalten können – damit bist du nach landläufiger Meinung datenschutzrechtlich sauberer aufgestellt – und ich habe das für mich auf jeden Fall so umgesetzt. Das Ergebnis sieht dann so aus (siehst du hier jetzt aber nur, wenn du ohne Adblocker, Ghostery oder ähnliche Browserplugins und auch nicht „anonym“ unterwegs bist):

Bye bye GA

Ja, und schon eine Woche nach dem Aufsetzen von Piwik habe ich Google Analytics komplett von allen meinen Websites entfernt – und fühle mich richtig gut dabei 🙂 …

Piwik 3.0

Bisher hatte ich noch nicht auf das bessere, schnellere Piwik 3.0 geupdated, weil ich – wie oben erwähnt – das zusätzliche PlugIn „CustomOptOut“ nutze, das zum Zeitpunkt des Launches der Version 3.0 noch nicht als kompatibel angezeigt wurde. War aber eine Frage von Tagen, und jetzt ist es in der passenden Version da – so dass ich auf 3.0 updaten konnte. Ging schnell – vermutlich wegen der noch geringen Datenmengen – und schon erstrahlt mein Piwik-Dashboard in neuem Glanze: Die Schriften und Widgets gefühlt etwas kleiner, so dass es übersichtlicher wurde. Außerdem sind einige Features hinzugekommen, die sich durchaus sehen lassen.

[Der Beitrag ist noch nicht ganz fertig. Es fehlen die Bilder zur Einrichtung, ein Blick unter die Haube und auf die neuen Features, und natürlich ein paar Beispielstatistiken sowohl vom Piwik-Backend als auch vom WordPress Dashboard sowie vom Dashboard des Piwik-PlugIns. Aber das kommt noch, versprochen!]

Schreibe einen Kommentar