DIY Pop-Up Osterkarte – Videoprojekt

Selbstgemachte Pop-Up Osterkarte

Einige Tage vor Ostern ging es bei meiner Freundin und mir darum, ein Osterkarten-Bastelvideo zu drehen. Ein Video, das also recht zeitnah noch online gehen musste, sonst wäre Ostern schon wieder vorbei. 🙂
Für einen Deadline-Junkie genau das richtige Mittel, um eine Sache auch fertig zu bekommen, die dann – good enough – auf Youtube zu sehen sein muss…

Aufbau und Dreh

Nach einem kurzen Testlauf, den wir am Vortag noch mit 3 Kameras (die benutzten Modelle findest du in meinem Beitrag Adventure Youtube) gemacht haben, wurde am eigentlichen Drehtag nur noch mit der Canon SX1 gedreht – die an einem quasi-Rig direkt über der Bastelfläche hing.

Nachteil der 8 Jahre alten SX1 ist leider, dass sie bei Full HD nur 12 Minuten am Stück aufzeichnen kann, da dann die maximale (Video-) Dateigröße von 4 GB erreicht ist. Das bewog uns dazu, dass wir beim Dreh definiert immer nach 10 Minuten gestoppt haben und damit schließlich etwa 16 Videodateien á 3,3 GB als Ausgangsmaterial hatten.

Anforderung an das Video

Danach war unsere Aufgabenstellung, aus 3 ½ Stunden Videomaterial, das die gesamte Entstehung der Osterkarte zeigt, ein nicht allzuuu langes Video zu machen: Neben ein paar Schnitten, mit denen unbrauchbare Szenen oder Fehler entfernt werden, ist das zweite Mittel der Wahl die – gerne bei solchen Bastelvideos eingesetzte – Technik des Zeitraffers. Dabei musste von uns während der Zusammenstellung dann noch entschieden werden, welche Sequenzen sinnvollerweise in welchem Tempo abzuspielen sind, damit der geneigte Zuschauer nicht abgehangen wird. Rausgekommen ist ein Video mit 19 ½ Minuten Gesamtlänge – und das Ergebnis erscheint uns für das allererste Mal auch als ganz ok.
Aber mache dir doch selbst ein Bild davon: Das entstandene Video ist am Ende dieses Beitrags eingebettet…

Videoschnittsoftware und Postproduction

Nachdem ich trotz mittlerweile 16 GB RAM in meinem Intel NUC5i Desktop-PC immer noch Stabilitäts- und Performanceprobleme mit DaVinci Resolve habe (siehe meinen Beitrag dazu), musste eine andere Schnittsoftware her: Dieses Mal habe ich Sony Vegas für den Schnitt benutzt, das als kostenlose 30-Tage Testversion direkt bei Sony heruntergeladen werden kann.
Von der Bedienung verhält es sich ähnlich der aller anderen Schnittprogramme, wobei es dafür bei Bedarf auch haufenweise Lernvideos und eine ausführliche Sony-eigene Doku gibt. Etwas „tricky“ war für mich die Erstellung der verschiedenen Zeitraffersequenzen. Vegas bietet dazu eigentlich eine sehr bedienerfreundliche Lösung an, bei der man die Videoschnipsel per Steuerungs-Taste (Strg/Ctrl) und Halten der linken Maustaste auf das Ende des Videobalkens einfach zusammen schieben kann. Leider erzeugt diese Technik nur Zeitraffer in 4-fachem Tempo, was unsere Filmlänge noch nicht in erträgliche Bahnen lenken konnte. Also musste es noch etwas anderes geben: Und tatsächlich kann man die schon verkürzten Videoteile dann noch über die Hüllkurvenfunktion zusätzlich 3‑fach verkürzen bzw. beschleunigen, so dass am Ende maximal ein 12‑facher Zeitraffer erzielbar ist. Allerdings muss man sich bei Beschleunigung über die Hüllkurvenfunktion danach die Stelle heraussuchen, an der die entsprechende Videosequenz dann endet, da Vegas gnadenlos den Rest auffüllt – entweder vom Anfang des Videoschnipsel an nochmal wiederholt, oder aus der ggf. längeren Ausgangsdatei einfach mit den dann folgenden Frames. Das heißt konkret, die Endstelle muss manuell über das Vorschaufenster gesucht und geschnitten werden…

Um manche Szenen etwas interessanter zu gestalten, war schließlich noch an einigen Stellen eine Kamerafahrt oder ein Zoom zu setzen – letzteres auch, um ein paar Details besser zeigen zu können: Das ganze Handling dazu beherrscht Vegas wirklich sehr gut.

Vertonung

Als weiterer Step stand abschließend die Nachvertonung an, da eine Audioaufnahme bei Verwendung der Zeitrafferstauchung faktisch nichts mehr wert ist. Hierzu hat sich Camtasia als ausgesprochen brauchbar erwiesen (gibt es auch als Testversion  für 30 Tage kostenlos):
Damit ging die Nachvertonung und Untermalung mit Musik zumindest recht einfach von der Hand – auch wenn diese ebenfalls sehr zeitintensiv war. Das Ergebnisvideo seitens Camtasia ist dann nochmal um den Faktor 5 kleiner als der Output von Vegas – bei immer noch brauchbarer Qualität, so dass der Upload auf Youtube keine Ewigkeit dauern musste. Und in der Nacht zum Karfreitag war es dann endlich soweit – unser Video war online. Rechtzeitig zum Kartenbasteln für alle die, die noch keine Osterkarten gekauft haben oder keine kaufen woll(t)en 😉 …

Hier das Ergebnis unseres Schaffens:

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