Digitale Desperados – ein Plädoyer

Big blue Sky

Geschichte zu schreiben, ist den wenigsten von uns vergönnt – aber vielleicht gelingt es mir mit diesem Beitrag ja. Denn – ich möchte hiermit einen Anstoß geben, einen Begriff ein für alle Mal zu ändern, den Begriff digitaler Nomade 🙂 .
Die meisten von denen, die es sind, finden ihn nicht so toll. Aber, da er sich inzwischen eingebürgert hat und mangels Alternativvorschlägen landläufig geworden ist, nimmt jeder der Betroffenen es in Kauf, so genannt zu werden oder sich selbst auch so zu bezeichnen.

DigitalDesperado_20160120cc_300x400„Da muss es doch noch was anderes geben…?“, habe ich mir bei der Fahrt ins tägliche Hamsterrad-Training gedacht und bin eben auf den Begriff des digitalen Desperados gekommen. Neben dem digitalen Drifter wurde das im weiteren Verlauf mein eindeutiger Favorit, zumal in den Worten so etwas Geheimnisvolles, gar Verwegenes mitschwingt:
Desperado bedeutete ursprünglich „einen Gesetzlosen“ (siehe Wikipedia), hinter der sprachlichen Ableitung stecken aber auch Begriffe, wie verwegen oder tollkühn. Und für mich persönlich ist der moderne Desperado primär jemand, der in der Weltgeschichte umherzieht – eben genauso, wie es u.a. Michael Holm in seinem gleichnamigen Song von 1977 beschreibt. Deshalb anstatt digitale Nomaden ab jetzt:

Digitale Desperados!

Vielleicht heißt die DNX dann ja irgendwann einmal DDX, was durchaus Sinn ergibt: Denn viel früher, als es das Internet gab (das schreibe ich jetzt für alle die, die erst zu Zeiten des Internets groß geworden sind), gab es bereits ein weltumspannendes Kommunikationsnetz – es war (und ist) zwar nicht so engmaschig, wie das heutige Web, aber trotzdem sind Informationen dadurch recht schnell um die Welt gegangen – auch aus Krisenregionen, wie das heute hauptsächlich durch Twitter & Co. der Fall ist, nämlich den … Amateurfunk.
Es gibt ihn zwar auch heute noch, aber aufgrund der allgegenwärtigen, weltweiten Kommunikation im WWW fristet er mehr denn je ein Nischendasein als Hobby von wenigen, auch heute noch engagierten Funkamateuren – die sicher den alten Zeiten oder gar den Pioniertagen dieses Mediums nachtrauern…
Aber: Damals wie heute bedeutet im Funk der Code DX (siehe Abkürzungsverzeichnis) „long distance“, also „große Entfernung“ – und diese legen unsere digitalen Desperados ja regelmäßig zurück, wenn sie nicht gerade in ihrem HQ / ihrer Homebase (d.h. daheim) verweilen. Also demnächst dann auch: DDX 🙂 …

… hmm, oder doch lieber „digitaler Drifter“ – wenn man der Übersetzung recht glauben mag, sollte das ja ein „digitaler Rucksacktourist“ sein. Wäre auch für die meisten recht passend 😉 …

weites Land

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