Adventure Youtube

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… aka:  Mein Start mit Youtube

Als ich mir Ende 2007 die Canon EOS 5D Mark II zulegte, wollte ich damit nicht nur Fotos machen. Im Austausch mit einem Freund war damals von uns geplant, damit auch Filme zu produzieren. Und da dabei eine Kameraposition ziemlich langweilig ist, habe ich mir dann auch noch die Canon PowerShot SX1 zugelegt, die ebenfalls Full-HD beherrscht… Angefangen haben wir mit diesem Filmprojekt aber leider nie.

Canon EOS 5D Mark II*

Canon Powershot SX1*

Canon Powershot SX1 IS

Jetzt, 9 Jahre später und zusätzlich noch mit einer Xiaomi Yi* ausgestattet, habe ich es immerhin „geschafft“, mir einen Youtube Account einschließlich eines Channels einzurichten. Und Ideen, was ich dafür produzieren möchte, habe ich reichlich. Aber einige Schritte sind davor wohl noch zu gehen… Zum einen mag ich die Videos nicht einfach so auf YouTube hoch blasen – ein wenig Videoediting und Tonbearbeitung sollten schon sein, damit der geneigte Zuschauer sich nicht gleich wieder mit schmerzverzerrtem Gesicht abwendet – zum anderen will ich mit diesem Thema einiges mehr machen, als nur ein paar Videos. Als Metapher für mein Ziel nenne ich immer „einen eigenen Bollywoodfilm produzieren“ – Bollywood deshalb, weil es Hollywood in „Berlin“, also „B“-ollywood sein soll (denn das „B“ steht doch nicht etwa für „Bombay“, oder? 😉 )… aber vielleicht tatsächlich auch deshalb, weil ich indische Filme durchaus mag – aber das ist ein gaaaanz anderes Thema.

Also muss zunächst ein vernünftiges Schnittprogramm her, weil ich mich mit Windows- oder Youtube-Bordmitteln nicht wirklich anfreunden mag – und das natürlich absolut legal. Anfangs habe ich deshalb mit AVID geliebäugelt, die schon recht lange planen, eine kostenlose Variante unter der Bezeichnung AVID Media Composer First anzubieten.

Das war seit April 2015 für den Herbst desselben Jahres angekündigt, aber heute, im Frühjahr 2016 sind sie damit immer noch nicht am Start. So hatte ich glücklicherweise dadurch Zeit, die Restriktionen dieser free‑Variante mal etwas genauer in Augenschein zu nehmen – Ergebnis: Für mich eher untauglich. Was mich am meisten daran stört? Sie wollen die Anzahl der damit maximal erstellbaren Projekte deutlich limitieren und man muss sich für das Anlegen eines jeden neuen Projektes immer mit AVID online verbinden, auch wenn man es im Nachhinein schon lokal weiter bearbeiten kann… Da der Media Composer durchaus etwas komplexer in der Einarbeitung ist, ich mich aber nicht nach dieser umfangreichen Einarbeitung in einer Bezahlvariante wiederfinden möchte, ist der Zug hier erstmal abgefahren (bis ich mir das Produkt vielleicht mal leisten kann und will).

Nächste Station DaVinci Resolve: Kostenlos und mit nur wenigen Einschränkungen gegenüber der Bezahlvariante versehen, scheint mir DaVinci für’s erste Ausprobieren die richtige Wahl zu sein. Auf deren Webseite kann man sich die Software gegen Eingabe von Name, Mailadresse und Telefonnummer herunterladen. Da der Download nach Eingabe der Daten sofort startet, kann man bei Bedarf auch Fantasiedaten eingeben – und bleibt so sogar weitgehend anonym… 😉

So – nun kann’s also losgehen…
Aber denkste, die Odyssee, das Ganze zum Laufen zu bringen hat erst begonnen: Mein Rechner, den ich „produktiv“ verwendet (z.B. für Ai, Ps, Lightroom, etc.) ist ein Apple Mac mini 2009 (MC238D/A Intel Core 2 Duo 2,26 GHz) mit Windows 7 Pro/64 bit und 4 GB RAM (mehr geht leider nicht rein 🙁 ). Und das Programm meckert jetzt schon während der Installation über die Schwachbrüstigkeit des vorhandenen Grafikchipsatzes und dann auch noch über das verwendete Betriebssystem. Weiteres Manko für mich: DaVinci Resolve installiert Apple Quicktime als Codec. Am liebsten tät ich hier abbrechen – aber ich will doch Videos bearbeiten…
Also weiter, Installationsprozess bestätigt, Einführungstour angeschaut und das eigentliche Programm gestartet. Eine Fehlermeldung popt auf: „Quick Time Encoder initialization failed“… Ich starte Quicktime und gebe es in meiner Firewall frei, aber DaVinci kommt immer noch mit der Fehlermeldung… Ich gebe hier auf – zumindest beim MAC – und wende mich meinen Intel NUC5i5RYH* (Intel Core-i5 5250U, 2,7GHz) zu, der mit Windows 8 Pro/64 bit läuft und 8GB RAM hat. Installation wie gehabt, Quicktime und DaVinci in der Firewall freigegeben – Fehlermeldung: „Quick Time Encoder initialization failed“.

Intel NUC der 5. Generation

Intel NUC der 5. Generation
– hier in der hohen Variante
(in der hat eine 2,5″ SSD/HD
zusätzlich Platz; in der flachen
Variante leider nicht)
Na toll! Dann halt, wie früher bei Microsoft Betriebssystemen so gewohnt, mal neu gestartet… Und siehe da, die Fehlermeldung ist weg und ich kann ein Projekt in DaVinci anlegen. „BAM – jetzt habe ich’s…“, hab ich gedacht. Aber: Pustekuchen.
Beim Einlesen eines Verzeichnisses mit Videodaten raucht mir gleich der ganze Rechner ab – das hatte ich schon lange nicht mehr. Nach dem Neustart habe ich dann keine anderen Anwendungen mehr geöffnet, da sich DaVinci schon beim Start 4 GB Arbeitsspeicher gönnt und siehe da, ich kann ein Video per Drag & Drop reinziehen, kann da auch durch scrollen und die gewünschten Ein- und Ausstiegspunkte festlegen.
Alles schön? Nein, denn es kommt schon zum nächsten Shop-Stopper: DaVinci mag offensichtlich keine mp3-Dateien, die ich aber als Audio gerne eingefügt hätte. Also andere Formate ausprobiert und… festgestellt: m4a-Dateien mag das Programm. Also via der Webseite online-audio-converter.com meine für die Untermalung vorgesehenen mp3s konvertiert und wieder per Drag & Drop in die Medienliste eingefügt.
(Kleine Anmerkung dazu: Nebenbei schaue ich mir natürlich ein Video2Brain Lernvideo an, damit ich die jeweils benötigten Klicks und Einstellungen schneller finde – sonst wäre ich mit dem Ausprobieren und Suchen wahrscheinlich Tage lang beschäftigt).

Während des Zusammenstellens und Bearbeitens sichere ich fast nach jedem Schritt die Projekteinstellungen – zu Recht: Das Programm stürzt mir gefühlt ein Duzend mal ab, einige Male reißt es dabei auch Windows mit. Da sind dann die Meldungen, dass das System keinen Arbeitsspeicher mehr hat und man doch die Anwendung schließen soll, noch das geringste Übel, da ich die nur einfach weg klicken muss und weiter arbeiten kann. (Trotzdem habe ich mir zwischendurch mal einen zweiten 8GB-Riegel RAM bestellt, der hoffentlich übermorgen geliefert wird.)

Am Ende klappt es auch mit dem Rendern. DaVinci macht dabei auf meinem System 5-6 Frames pro Sekunde (Full HD zu Full HD), was ok ist – weil ich zwischendurch ja nicht daneben sitzen muss. Das Ergebnis meines ersten Versuchs habe ich dann auch gleich auf meinem YouTube Channel veröffentlicht: „Mein erstes Video… Yeah!“ 🙂

So das musste ich mal loswerden und hier im Blog runter schreiben. Wenn dich das Thema interessiert und du mehr dazu erfahren willst: Ich werde hier weiterhin über meine Videoediting-Erfahrungen mit DaVinci und Co. berichten und auch noch etwas mehr zur Xiamo Yi* schreiben, die ich mir anstelle einer GoPro* zugelegt habe, da die Yi in der Regel nur so um die 75 EUR kostet und für diesen Preis zumindest eine erstaunlich gute Bildqualität liefert (im Gegensatz zur Fake-SJ4000 12MP Action Sport Kamera, die inkl. Zubehör bei eBay aus Singapur aber auch nur mit 16-18 EUR zu Buche schlägt – d.h. diese „SJ4000“ ist von der Aufnahmequalität her eher ein Spielzeug – also Finger weg!).

Ach ja, hier siehst du das Ergebnis:


Vielleicht sollte ich noch kurz ergänzen, dass DaVinci primär eigentlich gar keine Videoschnittsoftware ist – auch wenn durchaus Schnittfunktionen vorhanden sind, sondern vielmehr zur Farb- und Helligkeitsanpassung (d.h. Colorgrading) eingesetzt wird und auf diesem Feld extrem stark ist. Den Schnitt selbst, sollte er anspruchsvoller daher kommen, als in meinem kleinen Beispielvideo, erledigen Adobe Premiere Pro oder Sony Vegas deutlich besser, wobei Vegas im Audiobereich noch zusätzlich punkten kann. Obwohl ich mich zunächst nur mit DaVinci beschäftigen werde, schaue ich mich schon noch weiter nach einem brauchbaren und vor allem günstigen Schnittprogramm um, das mich zukünftig neben DaVinci bei meinem Youtube-Adventure unterstützen soll.

Falls du also vielleicht einen Vorschlag hast, was an Videoediting-Software auf einem PC / Windows-System – außer die oben schon erwähnten Pakete Premiere und Vegas – noch brauchbar sein könnte, dann schreib mir das doch bitte hier als Kommentar rein… Vielen Dank! 🙂

Und hier das nächste Videoprojekt -> Osterkarte basteln <-, bei dem ich u.a. Sony Vegas für Zeitraffer und Schnitt eingesetzt habe…

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